Info-Brief  Nr. 553


Garimpeiros dringen in Yanomami Gebiet ein

Vertreter der Yanomami beklagen bei brasilianischen Autoritäten das Eindringen von unzähligen Garimpeiros in ihre Gebiete. Jeden dritten Tag landet ein Flugzeug ungehindert auf einer geheimen Piste und bringt weitere Invasoren. Die Yanomami sind besorgt. Krankheiten werden eingeschleppt und die Garimpeiros stacheln die Jugendlichen auf. Sie verfallen dem Alkohol und missbrauchen Schusswaffen. In den letzten vier Monaten sind sechs Indios gestorben und vier wurden schwer verletzt.

Am 09.12.2002 brachten Vertreter der Aldeia Paapi¬£ bei der FUNAI die Besetzung ihrer Gebiete zur Anzeige und Übergaben ein Dokument über die Landung der Flugzeuge mit Invasoren.

Am 28.02.2003 fand die jährliche Versammlung der Yanomami mit 217 Vertretern aus 41 Aldeias statt. Die Beschlüsse wurden an die Bundesstaatsanwaltschaft, die Ministerien für Umwelt, Verteidigung und Justiz übermittelt. Das Volk fordert einen energischen Einsatz der Regierung. "Die Autoritäten sollen sofort die Garimpeiros abziehen, denn wir wollen nicht, dass unser Volk durch Epidemien stirbt. Zudem sollen sie auch die Fazendeiros abziehen.

Die Yanomami lehnen auch die Kasernen in den Aldeias Maturac, Surucucu, Auaris sowie die Anwesenheit der Militärs in ihren Gebieten ab. "Wenn die Militärs irgend etwas in unseren Wäldern vorhaben, müssen sie zuerst mit den Vertretern der Yanomami verhandeln. Wir wurden nie gefragt. Das Verhalten der Militärs in unseren Gebieten ist unverantwortlich. Es gibt keine Müllentsorgung, Alkohol wird unter den Indios verbreitet, Soldaten haben sexuelle Beziehungen zu unseren Frauen und die Garimpeiros werden nicht aus unseren Wäldern abgezogen," heisst es im Dokument.


Brasilien wurde wieder bei der OAS angezeigt

Am 26.02.2003 war der Kazike der Xukuru, Marcos Luidson, in Washington, um Brasilien zum zweiten Mal bei der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) anzuzeigen. Das Land hat die im Vorjahr nahegelegten Massnahmen nicht erfüllt. Im Oktober 2002 forderte die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte von der brasilianischen Regierung Schutzmassnahmen für Zenilda Maria de Ara£jo, Mutter des Kaziken Marcos Luidson. Seither ist nichts geschehen. Am 07.02.2003 wurde der Kazike Opfer eines hinterhältigen Angriffes, bei dem zwei Indios starben.

Fabiana Gorenstein, Anwältin vom Rechtsreferat der Basisorganisationen (GAJOP) hat den Kaziken bei der Audienz begleitet. Man teilte ihr mit, dass die Ständige Vertretung Brasiliens bei der OAS in einer offiziellen Note der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte mitgeteilt habe, dass der Kazike den angebotenen Schutz ablehnte. Der Kazike widersprach dieser Information. Die Regierung habe nichts unternommen, um sein Leben und seine Integrität zu schützen.

Abchliessend wurde vereinbart, dass sich die brasilianische Regierung am 06. und 07.03.2003 mit dem Kaziken treffen werde, um die weitere Vorgangsweise zu klären. Bisher hat die Regierung keinen Kontakt zum Kaziken aufgenommen. Wenn die Regierung bis 07.03.2003 kein Zeichen setzt, werde man sich an die Kommission wenden, damit diese den Fall vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte bringt, um eine weitere Gefährdung von Marcos zu verhindern, kündigt die Anwältin Fabiana Gorenstein an.

Brasília, 06. März 2003.
Indianermissionsrat - CIMI


.. zurück zum Überblick

Inhaltliche Rückfragen zum Text (am besten auf Portugiesisch oder Englisch) an e-mail:


Webmaster dieser Seite ist Pro REGENWALD

Wir freuen uns über Kommentare und Anfragen insbesondere über Rückmeldungen von potentiellen UnterstützerInnen - schicken Sie doch jetzt eine E-mail an